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Die Wohngemeinschaft als Mieter – worauf Sie achten sollten

Mieterrecht

Die Wohngemeinschaft als Mieter – worauf Sie achten sollten

Von Vanessa Alena Schmidt am 16 November, 2015

Sich mit anderen eine Wohnung oder ein Haus zu teilen, war schon lange eine günstige Alternative für Studenten und jüngere Leute. In den letzten Jahren ist dies mit steigenden Mietkosten und dem immer teueren Lebenshaltungskosten in den Städten auch bei älteren Leuten immer beliebter geworden. Hinzu kommen andere Faktoren, wie ein berufsbedingter Umzug in eine andere Stadt und in diesem Zuge der Wunsch, schnell Anschluss zu finden.

Bevor Sie aber jegliche Art von Wohngemeinschaft eingehen, sollten Sie sich Ihrer Rechte unbedingt bewusst sein. Die grössten Bedenken liegen wahrscheinlich bei der Frage wie Mitbewohner die Miete an den Vermieter zahlen und wer dafür die Verantwortung trägt.

Die Wohngemeinschaft

Wenn Sie in einer Wohnung oder einem Haus wohnen, die jemand anderem gehören, dann gehen Sie als Mieter mit dem Besitzer, dem Vermieter, ein Mietverhältnis ein. Gibt es neben Ihnen noch andere Mitbewohner, die alle im Hauptmietvertrag eingetragen sind, dann sind diese per Definition Mitpächter. Eine andere Situation stellt die des alleinigen Hauptmieters dar, hier sind Ihre Mitbewohner als Untermieter anzusehen. Bei diesen beiden Vertragsmodellen gibt es grundlegende Unterschiede was die Haftung der einzelnen Partner angeht und wie einfach oder schwierig ein Mieterwechsel ist.

Ein Hauptmieter

Hier schließt nur ein Mieter einen Vertrag direkt mit dem Vermieter ab und muss mit diesem vorher vereinbaren, ob Mitbewohner zulässig sind. Zwischen dem Hauptmieter und den Mitbewohnern werden dann einzelne Untermietverträge abgeschlossen, die untereinander nicht einheitlich sein müssen. Diese Untermietverträge enden mit dem Auslauf des Hauptmietvertrages. Der große Vorteil liegt hier dabei, dass der Hauptmieter allein entscheiden darf, wen er als Untermieter haben möchte. Er haftet allerdings auch allein für die Mietzahlung, wenn der Untermieter im Rückstand ist. Zwischen dem Vermieter und dem Untermieter besteht kein rechtliches Verhältnis.

Mehrere Hauptmieter

Alle Mieter schließen einen gemeinsamen Vertrag mit dem Vermieter ab – sie sind somit alle Hauptmieter und teilen sich Rechten und Pflichten. Alle Entscheidungen werden hier gemeinschaftlich getroffen, auch die Kündigung. Desweiteren haftet jeder Einzelne für mögliche Schäden und kann für die gesamte Mietforderung in Anspruch genommen werden. In dieser Situation ist ein Mieterwechsel sehr schwierig, der Vermieter muss hier sein Einverständnis geben.

Einzelverträge

Jeder Mieter hat hier einen Einzelvertrag, die WG- Mitglieder werden vom Vermieter bestimmt. Es gibt keinen Hauptmieter, der Entscheidungen für alle Mitbewohner trifft, dafür hat jeder die gleichen Rechte und Pflichten gegenüber dem Vermieter.

Aufteilung von Mietkosten

Die Miete muss nicht zwingend gleichmäßig unter allen Mietparteien aufgeteilt werden, der Hauptmieter muss also die Mietkosten nicht halbieren bzw. dritteln oder vierteln. Grundsätzlich gilt: die Mietkosten sollten fair aufgeteilt werden, die Höhe der Kaltmiete also nach Quadratmeterzahl der einzelnen Zimmer gehen. Bei der Aufteilung der Heizkosten kann ebenfalls nach Größe des Zimmers gerechnet werden. Alle anderen Kosten sowie Internetflat usw. sollten aber gleichmäßig auf alle Mitbewohner verteilt werden. Es ist auf jeden Fall ratsam, diese Kostenaufteilung vertraglich festzuhalten, damit nachträglich keine Ansprüche dagegen erhoben werden können.

Zwangsräumung wegen Nichtzahlung der Miete, krimineller Aktivitäten oder Belästigung

Ein schwieriger Teil in Bezug auf Mietrecht ist die Zwangsräumung bei Nichtzahlung der Miete, oder wenn Ihnen ein Mitbewohner das Leben zur Hölle macht. Im Falle einer Nichtzahlung der Miete droht die fristlose Kündigung und im schlimmsten Falle eine Räumungsklage oder in letzter Instanz die Zwangsräumung.

Hier muss man grundsätzlich zwischen zwischen Untermietverhältnis und dem Mietverhältnis zwischen mehreren Hauptmietern unterscheiden. Bei letzteren gestaltet sich eine fristlose Kündigung schwieriger, da hier sowohl alle Mieter als auch der Vermieter ihr Einverständnis geben müssen, während die Kündigung eines Untermietvertrags allein die Entscheidung des Hauptmieters ist. Sie sollten in jedem Fall sichergehen, dass Sie die Klauseln in Bezug auf Zwangsräumung in Ihrem Mietvertrag gelesen verstanden haben.Wenn Sie das Gefühl haben, in Gefahr zu sein, weil Ihr Mitbewohner Ihnen gegenüber gewalttätig ist oder Sie belästigt, sollten Sie sich umgehend mit der Polizei in Verbindung setzen, um Informationen zu einer einstweiligen Verfügung zu erhalten. Setzen Sie auch Ihren Vermieter umgehend über die Situation in Kenntnis.

Jede Wohnsituation ist natürlich unterschiedlich. Wenn Sie Probleme mit einem ehemaligen bzw. aktuellen Mitbewohner haben, mit Ihrem Vermieter oder Mitpächter, können Sie mit einem Anwalt von JustAnswer  ein erschwingliches Gespräch zu Ihrer rechtlichen Lage führen.

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